Ausstellung zeigt persönliche Spuren auf dem Papier

Die aktuelle Ausstellung „Bilder aus der Zwischenzeit“  im Bildungszentrum Singen gewährt Einblicke in die Arbeit der Kunsttherapie des Hegau-Jugendwerks. Die Ausstellung zeigt noch bis Ende Januar werktags in den Räumen des ersten Stockwerks des Bildungswerks in der Zelglestraße 4 auf ganz unterschiedliche Weise persönliche Spuren auf dem Papier von jungen Patienten.

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Gelungene Vernissage für die Ausstellung mit Patientenkunst aus der Kunsttherapie Im Bild: Christine Derschka, Leiterin des Bildungszentrums Singen, und Kusttherapeutin Nadine Karker vom Hegau-Jugendwerk

Gelungene Vernissage für die Ausstellung mit Patientenkunst aus der Kunsttherapie Im Bild: Christine Derschka, Leiterin des Bildungszentrums Singen, und Kusttherapeutin Nadine Karker vom Hegau-Jugendwerk - Andrea Jagode

Autor

Andrea Jagode Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Hegau-Jugendwerk Gailingen

Andrea Jagode

Stabstelle Unternehmenskommunikation, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Bei der Vernissage am 1. Oktober 2026 konnte Christine Derschka, Leiterin des Bildungszentrums, viele Gäste begrüßen. Sie freute sich, als katholische Bildungseinrichtung der der Erzdiözese Freiburg, die Wanderausstellung „Bilder aus der Zwischenzeit“ im Haus präsentieren zu können. Bildung bedeute auch, Menschen in ihrer Würde und Einzigartigkeit wahrzunehmen, ihnen Räume für Entwicklung zu eröffnen und ihnen zuzutrauen, dass Veränderung möglich ist.

Das alles spiegle sich in der Ausstellung wider, die einen sehr persönlichen Einblick in außergewöhnliche Zwischenzeiten gebe. Denn die Bilder der Ausstellung stammen von Kindern und Jugendlichen, die in der Kunsttherapie der neurologischen Reha-Einrichtung entstanden sind. Sie sind Zeugnisse einer besonderen Lebensphase – der Zeit zwischen einem Unfall oder einer Erkrankung und dem Moment, in dem es zurück nach Hause geht. Daher der Name der Ausstellung. 

Dr. Thomas Auer, Bürgermeister von Gailingen und Aufsichtsrat der Hegau-Jugendwerk GmbH, lobte in seinem Grußwort die Gailinger Einrichtung, die sich seit ihrer Inbetriebnahme in 1972 um Kinder, Jugendliche und Erwachsene kümmert, die nach einem schweren Unfall mit Schädel-Hirn-Trauma oder einer Erkrankung wie beispielsweise einem Hirntumor einer neurologischen Behandlung und Rehabilitation bedürfen. 

Die Einrichtung sei ein Leuchtturm weit über die Landkreisgrenzen hinaus, erklärte der Gailinger Bürgermeister. Die Therapievielfalt vor Ort beinhalte auch das Angebot der Kunsttherapie, in welcher Bilder entstehen, bei denen es nicht um Kunst als Ausdruck des Beherrschens von Maltechniken gehe, sondern die ein nonverbaler Ausdruck des Seelenlebens von jungen Rehabilitanden seien.

Kunsttherapeutin Nadine Karker ging in ihrer Einführung den farbenreichen Spuren von Gedanken, Gefühlen und Erfahrungen nach, welche die Rehabilitanden in der Kunstwerkstatt auf Papier bringen. Diese machen oft sichtbar, wofür Worte fehlen. Nach einem Unfall oder einer Erkrankung würden viele der jungen Patienten des Hegau-Jugendwerks ihren Alltag von außen bestimmt erleben, erklärte Nadine Karker – der Reha-Alltag besteht aus Untersuchungen, Therapien, Therapieplänen und Einschränkungen. Vieles müsse neu gelernt werden. Im kreativen Prozess entstehe dagegen ein Raum, in dem die Patientinnen und Patienten selbst entscheiden können: Was möchte ich gestalten? Welche Farbe nehme ich? Was soll entstehen? Was möchte ich verändern? Gerade nach Erfahrungen von Kontrollverlust könne es wichtig sein, wieder zu erleben: Ich kann etwas tun, ich kann etwas entstehen lassen, ich kann meiner Erfahrung eine eigene Form geben, machte Karker die wertvolle Arbeit der Kunsttherapie deutlich.

Sie lud die Vernissage-Gäste ein, mit Offenheit und Neugier den Bildern der Ausstellung zu begegnen und die Bilder als Einladung in persönliche Zwischenzeiten anzunehmen. Dass das gelang, zeigten die vielen Gespräche, die sich nach der Vernissage bei der Betrachtung der Bilder der Ausstellung entwickelten, die vielen Nachfragen und das rege Interesse an den Werken.

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