Neuer Snoezelenraum für das Kinderhaus

Mit der Einrichtung eines Snoezelen-Raums ging ein Herzenswunsch des Kinderhaus-Teams in Erfüllung. Der komplett in Weiß gehaltene Raum ist zunächst ein reizarmer Ort, der aber durch harmonisch aufeinander abgestimmte multisensorische Reize Wohlbefinden auslösen kann, für körperliche und seelische Entspannung sorgt oder die Wahrnehmung durch adäquat gesetzte Reize fördert.

Presse

Dr. Axel Galler und Katja Rohrer freuen sich über den gelungenen neuen Snoezelen-Raum im Kinderhaus des Hegau-Jugendwerks. Bild: Andrea Jagode

Dr. Axel Galler und Katja Rohrer freuen sich über den gelungenen neuen Snoezelen-Raum im Kinderhaus des Hegau-Jugendwerks. - Andrea Jagode

Autor

Andrea Jagode Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Hegau-Jugendwerk Gailingen

Andrea Jagode

Stabstelle Unternehmenskommunikation, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Das findet immer angepasst an die individuellen Bedürfnisse der kleinen Patienten und an die jeweilige Therapiesituation statt. Die Reize werden gesetzt durch Lichtquellen wie beispielsweise beleuchtete, blubbernde Wassersäulen mit wechselndem Farbenspiel, durch meditative Musik und Aromen. Im Snoezelen-Raum sind also verschiedene visuelle, auditive, olfaktorische und taktile Sinneserfahrungen möglich. Gemütliche Sitz- und Liegepolster sorgen zudem für ein heimeliges Ambiente.

Durch die zusätzliche Ausstattung mit Hilfsmitteln der Unterstützten Kommunikation wird die Selbstwahrnehmung vor allem von jenen Kindern stark verbessert, die lautsprachlich kaum oder gar nicht mehr kommunizieren können und dank Ansteuerungshilfen selbstständig beispielsweise eine Lichtsäule betätigen können. Diese Kinder erfahren dadurch mehr Teilhabe und Mitbestimmung.

Der Raum war das Ergebnis eines anderthalbtägigen interdisziplinären Workshops, zu dem Chefarzt Dr. Axel Galler im vergangenen Jahr eingeladen hatte. Der Snoezelen-Raum hatte sich dabei als Wunschprojekt des Kinderhaus-Teams herauskristallisiert. Nach längerer Planungs- und Realisierungsphase konnte der Raum nun in Betrieb genommen werden und wird von den verschiedenen Berufsgruppen gerne und oft genutzt, nicht nur für Einzeltherapie, sondern auch für kleine Gruppen. Eine „Sitzung“ dauert rund eine halbe Stunde.

Die Resonanz ist durchweg positiv – sowohl bei den Patienten und deren Angehörigen als auch bei den Mitarbeitenden von der Pflege, der Physio- und Ergotherapie als auch vom Psychologischer Dienst, die alle den Raum nutzen. Die Wirkung auf die kleinen Patienten ist mitunter erstaunlich; Katja Rohrer, Pflegefachkraft im Kinderhaus, konnte beobachten wie verschlossene Kinder sich öffneten und plötzlich mitteilten. Sie ist es auch, die sich um den Raum und seine Ausstattung kümmert und dafür sorgt, dass die Geräte immer einsatzbereit sind.

Der Snoezelen-Raum wurde komplett durch Spenden finanziert, die größte Einzelspende in Höhe von 34.630 Euro kam auf gezielten Antrag des Fundraisings von der ROMIUS-Stiftung in Grenzach-Wyhlen. Darüber hinaus hat der Konstanzer Verein Sprungbrett aus dem Erlös seinen Sozialladens "Weitergetragen" eine großzügige Spende über 10.000 Euro beigesteuert. Die Vorsitzenden Sibylle Deggelmann und Renate Madeja konnten sich sogar persönlich davon überzeugen, dass ihre Spende hier gut angelegt ist.


Was bedeutet „Snoezelen“?
Snoezelen ist eine Wortschöpfung aus „snuffelen“, schnüffeln, schnuppern, und „doezelen“, dösen, schlummern. Es beschreibt eine Aktivität, die es ermöglicht grundlegende Sinneserfahrungen im taktilen, emotionalen und kognitiven Bereich zu machen.

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