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Förderunterricht
Gezielte schulische und sonderpädagogische Lernförderung für Rehabilitandinnen und Rehabilitanden mit erhöhtem Unterstützungsbedarf während der neurologischen Rehabilitation.
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Individuelle Unterstützung bei erhöhtem Förderbedarf
Der Förderunterricht der Wilhelm-Bläsig-Schule richtet sich an Rehabilitandinnen und Rehabilitanden mit deutlich erhöhtem Förderbedarf infolge ihrer Erkrankung. Dieser Bedarf kann das Bildungsniveau, das Sozialverhalten, die Kommunikationsfähigkeit sowie das schulische Lern- und Arbeitsverhalten betreffen. Wir sprechen hier von einer eingeschränkten Gruppenfähigkeit.
Ursachen können u. a. in neuropsychologischen, kognitiven oder sprachlichen Beeinträchtigungen liegen, ebenso in Verhaltensbesonderheiten, Sinnesstörungen oder schweren Körperbehinderungen.
Förderung in Kleingruppen
Der Förderunterricht findet in Kleingruppen statt, ermöglicht aber stark individualisierte Lernprozesse. Durch gezielte Binnendifferenzierung kann die Lehrkraft sehr eng auf die jeweiligen Lernvoraussetzungen eingehen.
Die Förderung setzt dort an, wo der Rehabilitand aktuell steht. Ziel ist es, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten aufzubauen, Selbstbewusstsein zu stärken und zunehmend stabilere Leistungen zu ermöglichen. Motivation spielt dabei eine zentrale Rolle.
Ziele, Inhalte und Methoden orientieren sich:
an den zentralen Vorgaben der Lehrpläne
an individuellen Interessen
an aktuellen Schwierigkeiten und Lernmöglichkeiten
an der tagesaktuellen Befindlichkeit und Motivation
Lernen, mit neuen Voraussetzungen umzugehen
Im Förderunterricht begegnen die Rehabilitanden nicht nur fachlichen, sondern auch persönlichen Herausforderungen: Sie müssen lernen, sich mit der veränderten Situation auseinanderzusetzen, Hilfen anzunehmen und eigene Erfolge wieder wahrzunehmen. Die Lehrkraft unterstützt diesen Prozess durch geeignete Materialien und Medien. Der Einsatz des Computers – etwa zur Kompensation motorischer Einschränkungen oder zur Nutzung multimedialer Lernangebote – spielt dabei eine wichtige Rolle.
Strukturierte, ruhige Lernumgebung
Der Förderunterricht folgt bewusst kurzen, klar strukturierten Arbeitsschritten und findet in einer ruhigen, reizarmen Atmosphäre statt. Jedes Kind und jeder Jugendliche arbeitet im eigenen Lerntempo und kann jederzeit notwendige Pausen einlegen. Da Fortschritte in der Remissionsphase oft rasch erfolgen, müssen methodische Entscheidungen regelmäßig überprüft und angepasst werden. Die Entwicklung wird fortlaufend interdisziplinär besprochen – auch mit Blick auf eine mögliche Umgruppierung in eine Regelschulgruppe.
Ziel des Förderunterrichts
Ziel ist es, die Rehabilitandinnen und Rehabilitanden so zu unterstützen, dass sie sich schulisch an ihr früheres Leistungsniveau annähern und wieder in der Lage sind, dem Unterricht in einer größeren Gruppe zu folgen. Dazu gehört, Inhalte zunehmend selbstständig zu erarbeiten und das eigene Lernen altersgemäß zu organisieren.
Entlassungsplanung und Dokumentation
Gegen Ende des Rehabilitationsaufenthalts wird der weitere Bildungsweg in interdisziplinären Fallbesprechungen vorbereitet. Dabei werden die Rahmenbedingungen festgelegt für:
Berufsausbildung
Umschulung
berufliche Vorförderung
Rückkehr ins häusliche Umfeld
Zur Entlassung wird in der Regel ein therapeutischer Entlassungsbericht erstellt, der Lerninhalte, Fortschritte sowie Empfehlungen zu Hilfsmitteln und Unterstützungsmaßnahmen enthält.
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