Anschlussrehabilitation (Phase D)
Die medizinische Rehabilitation in Phase D – auch Anschlussheilbehandlung (AHB) oder Anschlussrehabilitation genannt – richtet sich an Rehabilitandinnen und Rehabilitanden, die ihren Alltag bereits weitgehend selbstständig bewältigen können. Im Mittelpunkt stehen die weitere Förderung der Selbstständigkeit sowie die Vorbereitung auf die Rückkehr in Schule, Ausbildung, Beruf und soziales Umfeld.
Als anerkannte Einrichtung der medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation (MboR) und der medizinisch-beruflichen Rehabilitation (MbR) unterstützt das Hegau-Jugendwerk Jugendliche und junge Erwachsene dabei, gesundheitliche, schulische und berufliche Perspektiven frühzeitig miteinander zu verbinden.
Ziele und Schwerpunkte der Phase D
Ziel der Phase D ist es, die im bisherigen Rehabilitationsverlauf erreichten Fortschritte zu festigen und die Voraussetzungen für eine möglichst selbstständige Lebensführung zu schaffen.
Neben der weiteren Förderung motorischer, kognitiver und kommunikativer Fähigkeiten stehen die schulische, berufliche und soziale Wiedereingliederung im Mittelpunkt. Bestehende Perspektiven werden aufgegriffen und weiterentwickelt, bei Bedarf werden gemeinsam neue Wege für Schule, Ausbildung oder Beruf erarbeitet.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Übertragung der in Therapie und Pflege erarbeiteten Fähigkeiten in den Alltag sowie auf der Vorbereitung auf die Anforderungen eines möglichst selbstbestimmten Lebens.
Medizinische, pflegerische, therapeutische und pädagogische Versorgung
Die Leistungen der Phase D umfassen unter anderem:
Fachärztliche neurologische Behandlung und Begleitung
Neuropsychologisches Training zur Verbesserung von Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Belastbarkeit
Förderung motorischer Fähigkeiten und selbstständiger Mobilität
Ergotherapeutische Maßnahmen mit Alltags- und Teilhabebezug
Logopädische Therapie bei Sprach-, Sprech- und Kommunikationsstörungen
Pflegerische Begleitung mit Fokus auf Eigenverantwortung und Selbstständigkeit
Psychologische Unterstützung bei der Verarbeitung von Krankheits- oder Unfallfolgen
Sozialpädagogische Beratung und Begleitung
Hilfsmittelversorgung und Hilfsmitteltraining
Beratung, Anleitung und Einbeziehung der Angehörigen
Unterstützung bei schulischen, beruflichen und sozialrechtlichen Fragestellungen
Die Rehabilitandinnen und Rehabilitanden übernehmen dabei zunehmend Verantwortung für ihren Alltag und werden gezielt auf die Anforderungen in Schule, Ausbildung, Beruf und Freizeit vorbereitet.
Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MboR)
Die medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MboR) erweitert die klassische medizinische Rehabilitation um einen gezielten Blick auf Beruf, Arbeitsfähigkeit und Teilhabe am Arbeitsleben. Ziel ist es, berufliche Herausforderungen frühzeitig zu erkennen, die individuelle Belastbarkeit einzuschätzen und Perspektiven für die Rückkehr in das Arbeitsleben zu entwickeln.
Dabei werden die gesundheitlichen Anforderungen des bisherigen oder angestrebten beruflichen Umfelds in die Rehabilitation einbezogen. Therapeutische, pädagogische und berufsorientierende Maßnahmen greifen eng ineinander und unterstützen die Rehabilitandinnen und Rehabilitanden dabei, vorhandene Fähigkeiten weiterzuentwickeln, Sicherheit im Hinblick auf berufliche Anforderungen zu gewinnen und einer drohenden Einschränkung der Erwerbsfähigkeit möglichst entgegenzuwirken.
Die MboR ist damit ein wichtiger Baustein auf dem Weg zurück in Beruf, Arbeitsleben und gesellschaftliche Teilhabe.
Interdisziplinär und teilhabeorientiert
Alle Maßnahmen in Phase D werden von einem interdisziplinären Team aus Ärztinnen und Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten, Pflegekräften, Pädagoginnen und Pädagogen sowie dem Sozialdienst begleitet.
Die Rehabilitation orientiert sich an den individuellen Lebenszielen, persönlichen Ressourcen und den Anforderungen eines möglichst selbstbestimmten Lebens. Ziel ist eine nachhaltige Teilhabe in Alltag, Schule, Ausbildung, Beruf und Gesellschaft.
:quality(80))
:quality(80))