Medizinisch-berufliche Rehabilitation (Phase D/E)
Die medizinisch-berufliche Rehabilitation im Hegau-Jugendwerk verbindet medizinische, therapeutische, schulische und berufsfördernde Leistungen. Ziel ist es, Jugendliche und junge Erwachsene nach einer neurologischen Erkrankung oder Hirnschädigung auf ihrem Weg zurück in Ausbildung, Beruf oder eine berufliche Neuorientierung zu begleiten.
Als anerkannte Einrichtung der medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation (MboR), der medizinisch-beruflichen Rehabilitation (MbR) und der berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB 3) bieten wir vielfältige Angebote zur beruflichen Orientierung, Belastungserprobung und Teilhabe am Arbeitsleben.
Ziele und Schwerpunkte der medizinisch-beruflichen Rehabilitation
Die medizinisch-berufliche Rehabilitation richtet sich insbesondere an Rehabilitandinnen und Rehabilitanden, bei denen neben dem medizinisch-therapeutischen Behandlungsbedarf auch Einschränkungen der schulischen oder beruflichen Leistungsfähigkeit bestehen.
Dies kann beispielsweise bei neurokognitiven Leistungsstörungen, Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten sowie Beeinträchtigungen des Sozial- oder Arbeitsverhaltens der Fall sein.
Ziel ist es, die gesundheitliche Stabilisierung mit einer frühzeitigen schulischen und beruflichen Förderung zu verbinden, die individuelle Leistungsfähigkeit einzuschätzen und tragfähige Perspektiven für Ausbildung, Beruf oder weiterführende Maßnahmen zu entwickeln.
Medizinische, therapeutische, schulische und berufsfördernde Leistungen
Die Rehabilitandinnen und Rehabilitanden erhalten umfassende medizinische und therapeutische Unterstützung. Ergänzend dazu erfolgt eine gezielte schulische und berufliche Förderung.
Zum Leistungsspektrum gehören unter anderem:
Fachärztliche neurologische Betreuung
Physiotherapie
Ergotherapie
Logopädie
Neuropsychologie
Neuropädagogik
Berufstherapie
Medizinische Belastungserprobung
Arbeitstherapie und Arbeitstraining
Berufliche Eignungsabklärung und Berufsfindung
Beratung zu Leistungen der Teilhabe am Arbeitsleben
Die einzelnen Maßnahmen können ineinandergreifen und werden individuell auf die vorhandenen Fähigkeiten, Ressourcen und Ziele der Rehabilitandinnen und Rehabilitanden abgestimmt.
Berufliche Orientierung und Belastungserprobung
Ein wichtiger Bestandteil der medizinisch-beruflichen Rehabilitation ist die Erprobung und Förderung beruflicher Fähigkeiten. Je nach individuellen Voraussetzungen stehen berufsfördernde Angebote in unterschiedlichen Bereichen zur Verfügung:
Wirtschaft und Verwaltung
Technische Kommunikation, Informatik und Medien
Holztechnik
Metalltechnik
Elektrotechnik
Hauswirtschaft
Die Angebote dienen der beruflichen Orientierung, der Belastungserprobung sowie der Vorbereitung einer beruflichen Wiedereingliederung oder Neuorientierung.
Schule, Beruf und Rehabilitation im Zusammenspiel
Ein wesentlicher Bestandteil der medizinisch-beruflichen Rehabilitation ist die enge Zusammenarbeit mit der Klinikschule am Hegau-Jugendwerk. Die schulische Förderung orientiert sich am individuellen Leistungsvermögen der Rehabilitandinnen und Rehabilitanden und erfolgt in Klein- und Kleinstgruppen. Die schulischen Inhalte werden eng mit der beruflichen Orientierung und den therapeutischen Zielen abgestimmt.
Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA)
Als Teil der beruflichen Rehabilitation bietet das Hegau-Jugendwerk verschiedene Maßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben an. Dazu gehören unter anderem:
Arbeitserprobung
Berufliche Eignungsabklärung
Rehaspezifische berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB 3)
Je nach Maßnahme kommen insbesondere die Deutsche Rentenversicherung oder die Agentur für Arbeit als Kostenträger infrage.
Interdisziplinär und zukunftsorientiert
Die medizinisch-berufliche Rehabilitation wird von einem interdisziplinären Team aus Ärztinnen und Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten, Berufstherapeutinnen und Berufstherapeuten, Lehrkräften, Pädagoginnen und Pädagogen sowie dem Sozialdienst begleitet.
Alle Maßnahmen orientieren sich an den individuellen Fähigkeiten, Ressourcen und Zukunftsperspektiven der Rehabilitandinnen und Rehabilitanden. Ziel ist es, die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilhabe am Arbeitsleben sowie eine möglichst selbstbestimmte Lebensführung zu schaffen.
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