Tiergestützte Therapie
Im Hegau-Jugendwerk ist die Tiergestützte Therapie fester Bestandteil der neurologischen Rehabilitation. Sie verbindet Fachwissen mit der besonderen Wirkung von Tieren, um Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in ihrer körperlichen, geistigen und emotionalen Entwicklung zu unterstützen.
Therapeutischer Ansatz der tiergestützten Therapie
Die tiergestützte Arbeit im Hegau-Jugendwerk basiert auf gezielt konzipierten pädagogischen und sozialintegrativen Angeboten mit Tieren. Sie richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit kognitiven, motorischen oder sozial-emotionalen Einschränkungen, mit Verhaltensauffälligkeiten oder besonderen Förderbedarfen. Die Maßnahmen verfolgen gesundheitsfördernde, präventive und rehabilitative Zielsetzungen und werden – abhängig vom individuellen Bedarf – sowohl im Einzel- als auch im Gruppensetting durchgeführt.
Im Mittelpunkt steht die bewusste Gestaltung der Beziehung zwischen Rehabilitandin bzw. Rehabilitand, Tier und pädagogischer Bezugsperson. Durch den Kontakt mit dem Tier, die Kommunikation über das Tier sowie die Übernahme von Verantwortung für dessen Wohlbefinden entstehen vielfältige Lern- und Erfahrungsräume. Diese Interaktionen werden fachlich angeleitet, dokumentiert und reflektiert und erfolgen stets unter Beachtung tierethischer Standards sowie klar definierter Förderziele.
Ziele der tiergestützten Pädagogik
Der gezielte Einsatz von Tieren kann Motivation, Wahrnehmung und Lernbereitschaft auf besondere Weise ansprechen. Über die emotionale Beziehung zum Tier werden pädagogische und rehabilitative Prozesse unterstützt, die sich positiv auf körperliche, geistige und emotionale Entwicklungsbereiche auswirken können.
Zentrale Zielsetzungen sind:
die Stabilisierung sowie der Erhalt körperlicher, kognitiver und emotionaler Funktionen
die Förderung von Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Bewältigung alltäglicher Anforderungen
die Unterstützung aktiver Teilhabe am individuellen Lebensumfeld
die Stärkung des subjektiven Wohlbefindens
Auf diese Weise werden Rehabilitandinnen und Rehabilitanden darin unterstützt, ihre eigenen Fähigkeiten bewusster wahrzunehmen, Selbstvertrauen aufzubauen und schrittweise mehr Sicherheit im Alltag zu gewinnen. Die konkreten Förderziele orientieren sich stets an den individuellen Bedürfnissen, Ressourcen und dem persönlichen Unterstützungsbedarf.
Einsatz in der Rehabilitation
Die tiergestützte Pädagogik ist fest in den Rehabilitationsalltag integriert und wird von qualifiziertem Fachpersonal gemeinsam mit speziell ausgebildeten und zertifizierten Therapietieren durchgeführt.
Auf der Station B2 Reha begleitet die Sheltie-Hündin Ally als tierische Co-Therapeutin sowohl Einzelangebote als auch Gruppenangebote. Durch ihre ruhige, aufmerksame und nonverbale Art unterstützt sie den Beziehungsaufbau, fördert Motivation und trägt zur emotionalen Stabilisierung bei.
In den Sommermonaten wird das Angebot zumeist durch Kooperationen mit dem PonyMobil Bodensee erweitert. Dabei kommen Therapieponys direkt ins Hegau-Jugendwerk und ermöglichen besondere Begegnungen, die Nähe, Aktivierung und positive Erlebnisse im Rahmen der Rehabilitation fördern.
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